[un]learning structures | kickoff

[un]learning structures | kickoff

Mo. 14.11. | 16:00 - 17:00 (MEZ)
online via zoom

sprache: deutsch oder englisch

Deadline verpasst!

Während 8 Sitzungen und über einen Zeitraum von 6 Monaten wird [UN]LEARNING STRUCTURES Stimmen und Expert*innen aus deutschen und internationalen Kontexten versammeln, um in Form von Workshops und Inputs Wissen und Best-Practice-Beispiele zu vermitteln. 

[UN]LEARNING STRUCTURES bietet einen Raum zum (Ver)Lernen, Vernetzen und zum Reflektieren der eigenen Arbeitspraxis im Austausch mit anderen. Ziel ist es, ein nachhaltiges Netzwerk mit einem geteilten Wissenspool und der Möglichkeit aufzubauen, sich über Fragen, Erfahrungen und mehr auszutauschen.

Im Rahmen des Kickoffs geben die Organisatorinnen und Kuratorinnen - melmun bajarchuu, epona hamdan und nara virgens - Ein- und Überblick in die Veranstaltungsreihe sowie die Gäst*innen der Einzelveranstaltungen.

care-basiertes produzieren & machtkritik

Als Produzent*in, Produktionsleiter*in oder Projektmanager*in überblicken und koordinieren wir nicht nur Prozesse, sondern gestalten und prägen oft auch Kommunikations- und Entscheidungsmechanismen.  

Wir bewegen uns viel an den Schnittstellen einer Struktur oder sind sogar selber die Schnittstelle. Dadurch haben wir oft eine Wahrnehmung für Struktur und ein Verständnis für Entscheidungsmechanismen. Gleichzeitig arbeiten wir nicht selten unter hohem Druck und in prekären Verhältnissen. Die freien Darstellenden Künste sind wirtschaftlich genauso Opfer des Neoliberalismus wie andere Sektoren der Gesellschaft. Nur fehlen uns die monetären Ressourcen, um uns strukturell besser aufzustellen. Im Vergleich zur freien Wirtschaft sind unsere Teamstrukturen oft extrem veraltet. Dies steht diametral zu den oft kritischen Inhalten die ästhetisch und künstlerisch verhandelt werden. Auf die Frage: "warum braucht es überhaupt Theater?“, steht nach wie vor die Antwort: „Weil es ein Möglichkeitsraum ist in dem wir gesellschaftliche Fragen und mögliche Szenarien durch deklinieren können.“

Leider brennen dabei immer noch reihenweise Leute aus. Wegen Überarbeitung, Stress, finanziellen Sorgen und der Unvereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Essentielles Problem dieser kleinen Utopie des Möglichkeitsraums ist darüber hinaus der Fakt, dass er nur für wenige zugänglich ist und diese Zugangsmechanismen sich immer noch entlang von Race, Klasse, Geschlecht und Körper markieren.

Dementsprechend ist die Utopie des Möglichkeitsraums, eine Utopie von wenigen und streng genommen auch kein Möglichkeitsraum mehr. Denn um wesentliche gesellschaftliche Fragen durch zu deklinieren, müssen alle die Möglichkeit haben Teil der Praxis zu sein. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass dieser Möglichkeitsraum immer noch in völlig veralteten Strukturen hergestellt wird?

Als Producerinnen, Kuratorinnen und Komplizinnen, sind wir - melmun bajarchuu, epona hamdan und Nara Virgens - zu der Meinung gekommen, dass es wahnsinnig wichtig und spannend ist, diese Fragen mit und für Producer*innen zu besprechen.

Daraus ist die Idee einer Veranstaltungsreihe entstanden, in denen verschiedenen Stimmen zu den Themen versammelt werden.

anti-ableismus, anti-rassismus, nachhaltigkeit

Zu dem Thema machtkritisches Arbeiten als carebasiertes Produzieren und der Frage nach Zugängen, haben wir drei Hauptbereiche eingekreist mit denen wir uns in der Akademie beschäftigen werden.

Barrierefreiheit aus anti-ableistischer Perspektive, Rassismus aus struktureller Perspektive, dem Nachdenken über Nachhaltigkeit an der Schnittstelle dieser beiden Themen - und wie sich diese Ansätze praktisch umsetzen lassen. 

Um Strukturen zu öffnen, nachhaltiger und egalitäre zu gestalten, beziehen wir uns auf den Care-Begriff als eine mögliche Strategie Strukuren weg von einer weißen, kapitalistischen, neoliberalen Logik der Wenigen zu denken. Sondern vielmehr die Fragen zu stellen, wie wir Strukturen schaffen können,  die in nicht perfekt sein werden aber die immer wieder die Frage danach stellen was die Struktur braucht, damit sie stetig in Entwicklung sein kann. Damit sie zugänglich ist und das Wohlbefinden aller die, Teil der Struktur sind, genauso im Fokus steht, wie künstlerische Vorhaben und ästhetische Umsetzungen. Damit sich der Möglichkeitsraum auch in der Struktur abbildet und wir auch da die Chance haben, Fragen und Szenarien durch zu deklinieren.